
Fotografieren Sie jeden Bon, übertragen Sie Datum, Laden, Artikel, Menge und Einzelpreis in eine einfache Tabelle. Nutzen Sie identische Produkte als Anker, markieren Sie Schrumpfgrößen, und berechnen Sie Preis pro Einheit. Mit dreizeiligen Formeln entstehen Trendlinien, die Sie wöchentlich fortschreiben und mit Notizen über Aktionen interpretieren.

Dokumentieren Sie sichtbare Regallücken, neu bestückte Frontflächen und auffällige Platzierungswechsel. Häufen sich Lücken bei Grundnahrungsmitteln, deuten Lieferkettenprobleme oder Nachfragepeaks darauf. Vergrößerte Aktionszonen signalisieren Preisdruck. Ein wöchentliches Foto pro Gang reicht, um Veränderungen zu erkennen und sie mit Aktionskalendern, Feiertagen oder lokalen Ereignissen sauber zu erklären.

Stellen Sie drei feste Warenkörbe zusammen: Basis, Frische, Haushalt. Kaufen Sie sie im Monatsrhythmus möglichst gleich ein. Der Vergleich der pro Einheit berechneten Preise zeigt, welche Kategorien anziehen oder nachgeben. Notieren Sie Substitutionen, etwa Markenwechsel, und kommentieren Sie Ihre Entscheidung, um Stimmungsänderungen nachvollziehbar zu machen.
Wählen Sie zwei Beobachtungsfenster am Tag, etwa 8:30 und 17:30. Schätzen Sie belegte Plätze in Prozent, fotografieren Sie dieselbe Perspektive, und tragen Sie Werte in ein kleines Diagramm. Jahreszeiten und Ferien erzeugen Muster. Unerwartete Ausschläge frühzeitig zu erkennen hilft, lokale Nachfrageverschiebungen pragmatisch einzuschätzen.
Stellen Sie sich für fünf Minuten an die Anlieferzone eines Supermarkts oder Cafés und zählen Sie Lieferfahrzeuge. Wiederholen Sie dies wöchentlich, möglichst zur gleichen Uhrzeit. Mehr Stopps deuten auf steigende Bestellmengen. Notieren Sie Besonderheiten, etwa neue Logistiker, ungewöhnliche Paletten oder veränderte Tourenpläne, um Interpretationen abzusichern.
Markieren Sie einen Gehwegabschnitt und zählen Sie vorbeigehende Personen in Intervallen. Ergänzen Sie kurze Stichworte: Einkaufstaschen, Kinderwagen, Liefertüten. Solche Attribute helfen, Konsumstärke und Zweck zu unterscheiden. Aus drei Messungen pro Woche entsteht eine seriöse Zeitreihe, die spezielle Events, Markteinführungen oder Baustellen erstaunlich sensibel abbildet.
Erfassen Sie wöchentlich die Anzahl sichtbarer Stellenaushänge je Branche: Gastronomie, Handel, Handwerk, Pflege. Notieren Sie Zusatzangaben wie Vertragsart und Arbeitszeiten. Sinkt die Zahl im Handel, steigt aber in der Pflege, lassen sich Verschiebungen früh erklären. Fotos mit Datumsstempel sichern Vergleichbarkeit, auch wenn einzelne Aushänge verschwinden.
Wo Löhne angegeben sind, sammeln Sie Bandbreiten und Zusatzleistungen. Dokumentieren Sie, wann Arbeitgeber erstmals Prämien, Inflationsausgleich oder Vier-Tage-Modelle prominent nennen. Eine Verdichtung solcher Hinweise zeichnet Marktdruck präzise nach. Ergänzen Sie Eindrücke aus Gesprächen, ohne Namen zu speichern, um Privatsphäre zu respektieren und Verzerrungen bewusst einzuordnen.
Wie oft sehen Sie neue Gesichter hinter derselben Kasse? Wie lange brauchen sie, bis Abläufe sitzen? Solche Mikrohinweise spiegeln Personalengpässe. Halten Sie Beobachtungen stichpunktartig fest und vergleichen Sie Standorte. Wenn Kundschaft vermehrt warten muss, deutet das auf Kapazitätsprobleme, Prozesse in Stress oder überraschende Nachfrageüberhänge.